Amateur vs. Profi Fotograf | Wie groß ist der Unterschied wirklich?

Ob der Amateur wirklich an den Profi Fotograf heran kommen kann, wird im Netz häufig und leidenschaftlich diskutiert. Eine einfache Google Suche ergibt drei Millionen Ergebnisse, die von Bildvergleichen bis zu regelrechten Hasstiraden reichen. Doch trotz der vielen Beiträge ist die Diskussion nicht zu gewinnen, da es riesige Unterschiede in beiden Gruppen gibt und die Fotos am Ende immer einer subjektiven Bewertung unterliegen. Wir wollen die Frage daher heute auch nicht eindeutig beantworten. Stattdessen haben wir versucht, einen möglichst objektiven Vergleich in Bezug auf Ausrüstung, Fachkenntnisse, Erfahrung, Auftragsabwicklung und Motivation darzustellen. Die endgültige Bewertung überlassen wir hingegen allein dir.

Ausrüstung

Wenn sich Amateur Fotografen mit Profis vergleichen, ist die Ausrüstung meistens Thema. Der Profi Fotograf kann meist auf ein Studio, eine Kameraausrüstung im mindestens fünfstelligen Bereich und eine große Auswahl an Lichtern zurückgreifen. Der Amateur hat hingegen häufig „nur“ eine gute Systemkamera oder Einsteiger DSLR Ausrüstung und kaum Licht oder Studio Equipment.

Wie groß der Unterschied in Bildqualität ist, hängt jedoch vor allem von der Situation des Shootings ab. So kann die teure Ausrüstung des Profi Fotografen durch ihre Lichtstärke und Geschwindigkeit z.B. bei Sport Fotos punkten. Außerdem sind die Profis durch Ihre Ausrüstung bei besonderen Anforderungen, wie z.B. Passfotos im Vorteil.

In den meisten alltäglichen Situationen ist der Unterschied hingegen deutlich geringer, da gute Amateur Kamera mittlerweile eine extrem gute Bildqualität erreichen, die der Ausrüstung eines Profis sehr nahe kommt. Außerdem betonen vor allem die besten Fotografen immer wieder, dass gute Bilder nicht von einer guten Ausrüstung kommen. Viel mehr ist das Auge und die Fähigkeit des Fotografen gefragt, die Kamera richtig einzusetzen.

Fachkenntnisse

Daher schauen wir uns als nächstes die Skills der Amateure und Profis genauer an.

Eine Umfrage unter Berufsfotografen hat 2016 eregeben, dass sich 29% der Profis die Fotografie selber beigebracht haben und keine Ausbildung oder Studium durchlaufen haben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Autodidakten im Nachteil sind, denn 79% aller Berufsfotografen gaben in der selben Umfrage auch an, dass sie die Ausbildung für unwichtig halten.

Das Angebot an hochwertigem Lernmaterial (z.B. durch Skillshare oder Udemy) ist außerdem so groß, wie nie zuvor und kostenfreie Videos mit Fotografie Tipps (z.B. von Peter McKinnon) erreichen mehrere Millionen Zuschauer. Es ist also davon auszugehen, dass engagierte Amateure den Profis im Fachwissen in nichts nachstehen. Eine Garantie über ein gewisses Maß an Fachwissen hast du dennoch nur bei einem Profi.

Erfahrung

Du willst jetzt vielleicht einwenden, dass das Können als Fotograf nicht nur von der Theorie abhängt. Stattdessen ist doch viel mehr die Erfahrung des Fotografen entscheidend und in diesem Punkt hast du definitiv recht! Erfahrung ist wichtig, um auch in Drucksituationen konstant gute Bilder abzuliefern. Außerdem gibt es nichts, was das Können so stark verbessert, wie zu fotografieren.

Hier hat der Profi Fotograf also einen Vorteil gegenüber dem Amateur, denn die meisten Berufsfotografen haben einfach schon mehrere Jahre Erfahrung, während die meisten Amateure nur in ihrer Freizeit üben konnten. Dennoch musst du hier bei der Entscheidung genauer hinsehen. Denn so mancher Profi Fotograf verbringt seinen Alltag mit Klassenfotos und Passbildern und hat daher nicht unbedingt die Erfahrung, die du dir wünscht. Ein talentierter, Amateur der auf allen Partys von Freunden Fotos macht, könnte für ein Event daher genauso gut in Frage kommen.

Motivation und Zeit

Die beste Erfahrung nützt außerdem nichts, wenn der gebuchte Künstler keine Energie in deinen Auftrag investiert. Ein Profi Fotograf wird in der Regel genau aufpassen, ausreichend Zeit zu investieren, da sein Lebensunterhalt von der Zufriedenheit seiner Kunden abhängt. Andererseits sind Profis zeitlich stärker gebunden und werden nur die Arbeit investieren, für die sie bezahlt werden.

Amateure spüren diesen Existenzdruck hingegen nicht. Wenn ein Auftrag nicht optimal läuft, ist dies für den Amateur nur auf der persönlichen Ebene ein Problem. Auf der anderen Seite wird ein Amateur jedoch auch deutlich eher bereit sein,  Arbeit und Leidenschaft zu investieren, selbst wenn er kaum bis gar kein Geld verdient. So erfüllt er deinen Auftrag ja vor allem, weil es sein Hobby ist und er Spaß dabei hat, dich zu fotografieren!

Auftragsabwicklung

Ein Bereich in dem ein Profi Fotograf den größten Erfahrungs-Vorsprung gegenüber Amateuren hat, ist die professionelle Abwicklung von Aufträgen. Da es in der gewerblichen Fotografie einige rechtliche Anforderungen gibt, die erfüllt werden müssen. Möchtest du einen Auftrag im Freundeskreis bezahlt vergeben, solltest du immer darauf achten, dass diese eingehalten werden. Bei einem Profi oder einer Buchung über KUNSLR kannst du dir hingegen sicher sein, dass alles rechtlich korrekt abläuft.

Die gute Rechtskenntnis von Profi Fotografen führt jedoch auch dazu, dass du oft weniger flexibel in der Nutzung der Bilder bist. So wird der Profi Fotograf die Nutzung in der Regel genau einschränken und überwachen. Ein Amateur kann hier flexibler und entgegenkommender sein.

Zusammenfassung

Insgesamt kann natürlich niemand von einem Amateur die selbe Leistung erwarten, wie von einem Starfotografen. Dies spiegelt sich ja auch in der Vergütung nieder. In sehr vielen Situationen sind Amateur Fotografen hingegen bereits eine echte Alternative, besonders wenn der Preis des Shootings entscheidend ist.

Damit du immer einschätzen kannst, wann du einen Profi Fotograf buchen solltest und wann ein Amateur vollkommen ausreicht, haben wir hier nochmals die wichtigsten Argumente zusammengefasst.

Profi Fotograf

Pro
  • High-end Ausrüstung für besondere Anforderungen (Biometrische Fotos oder Sportaufnahmen)
  • In der Regel ist viel Erfahrung vorhanden. Diese kann jedoch auch auf spezielle Bereiche begrenzt sein.
  • Eine rechtlich einwandfreie und schnelle Auftragsabwicklung ist Alltag.
Kontra
  • Hohe Kosten
  • Motivation und investierte Zeit sind allein von der Bezahlung abhängig
  • Nutzungsrechte können deutlich begrenzt sein

Amateur Fotograf

Pro
  • Geringe Kosten
  • Flexibel in Auftragsabwicklung und Gestaltung
  • Starke Leidenschaft und hohe Motivation etwas Neues zu probieren
Kontra
  • Weniger erfahren
  • etwas weniger zuverlässig
  • Meist keine Spezialausrüstung vorhanden