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Gewerbeanmeldung als Fotograf

Gewerbeanmeldung als Fotograf

Besonders zu Beginn der Karriere als Fotograf können die rechtlichen Voraussetzungen leicht vergessen werden. Beginnst du beispielsweise bezahlte Aufträge anzunehmen, ohne vorher ein Gewerbe anzumelden, kann dies nach  § 146 II Nr. 1 GewO als Ordnungswidrigkeit geahndet und so sehr teuer werden. Bevor du daher deinen ersten Auftrag annimmst, solltest du selber ausführlich recherchieren, welche Anforderungen du erfüllen musst. Generell solltest du auf jeden Fall folgendes beachten:

 

Versicherungen

Durch deine selbstständige Nebentätigkeit als Fotograf kann es sein, dass du deinen aktuellen Status in den Sozialversicherungen gefährdest. Da die Auswirkungen hier sehr unterschiedlich sein können und die damit verbundenen Entscheidungen sehr schwerwiegend sein können, empfehlen wir dir, dich für deinen speziellen Fall beraten zu lassen. In vielen Fällen wird eine selbständige Nebentätigkeit jedoch nur geringe oder keine Auswirkungen auf deine Sozialversicherung haben.

 

Gewerbeanmeldung

Generell ist jede Tätigkeit, die

  • selbstständig,
  • dauerhaft und langfristig auf Gewinnerzielung ausgerichtet
  • und am Wirtschaftsverkehr teilnimmt

als Gewerbe klassifiziert und unterliegt daher der Pflicht zur Gewerbeanmeldung. Auch für die Tätigkeit als bezahlter Fotograf musst du daher – außer in sehr speziellen Ausnahmefällen – ein Gewerbe beim lokalen Gewerbeamt anmelden, bevor du deinen ersten Auftrag annimmst. Es ist dabei übrigens auch egal, ob du nur alle paar Wochen ein bezahltes Shooting übernimmst oder hauptberuflich als Fotograf arbeitest.

Um dein Gewerbe anzumelden füllst du dieses Formular zur Anmeldung eines Gewerbes aus und gehst mit dem Formular und folgenden Unterlagen zu deinem lokalen Gewerbeamt:

  • bei ausländischen Staatsangehörigen (ausgenommen EU-Länder):
    gültige Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  • bei Bevollmächtigung:
    eine schriftliche Vollmacht und Ausweis des Vollmachtgebers sowie des Bevollmächtigten
  • bei Minderjährigen:
    Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten (bei nebenberuflicher Tätigkeit) oder Genehmigung des Vormundschaftsgerichts (bei hauptberuflicher Tätigkeit).

Solltest du dein Gewerbe in der Stadt München anmelden, befindet sich dein lokales Gewerbeamt in der Ruppertstr. 19, 80466 München. Hier kostet dich die Anmeldung etwa 50€. Solltest du dein Gewerbe in einer anderen Gemeinde anmelden, ist die möglicherweise auch Online möglich. Außerdem fallen ggf. andere Kosten an (ca. 10-65€).

 

Meldung bei der Berufsgenossenschaft

Als Fotograf besteht für dich die Pflicht zu einer Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse. Diese dient dazu, dass du bei einem Unfall während deiner Tätigkeit ausreichend abgesichert bist. Hast du für dich entschieden, dass du (bspw. privat) bereits ausreichend abgesichert bist, kannst du dich von dieser Pflicht auch befreien lassen, wenn du weniger als 100 Tage im Jahr (8 Stunden = 1 Arbeitstag) als Fotograf tätig bist.

Egal, ob du dich befreien lässt oder nicht, führt der Meldeweg bei der zuständigen Berufsgenossenschaft über dieses Formular. Solltest du dich befreien lassen wollen, reich zusätzlich zu dem Formular einen formlosen Antrag bei der Berufsgenossenschaft ein.

 

Anmeldung bei der Handwerkskammer

Da der Beruf des Fotografen als ein zulassungsfreies Handwerk definiert ist, musst du neben der Anmeldung beim Gewerbeamt auch eine Eintragung bei der Handwerkskammer vornehmen. Für Münchener geht es hier zum Eintragungsantrag, der ausgefüllt an die Handwerkskammer geschickt wird.

Die Eintragung kostet dich einmalig 50€. Darüber hinaus fallen jährlich Gebühren für die Pflichtmitgliedschaft an, von denen du jedoch in den ersten Jahren ganz oder teilweise befreit werden kannst (vorausgesetzt, dass du weniger als 25.000€ Gewerbertrag im Jahr erwirtschaftest).

Sobald du dein Gewerbe angemeldet und dich bei der Handwerkskammer registriert hast, bist du startklar für deinen ersten Auftrag.

 

Steuern

Durch deine andauernde Tätigkeit entstehen jedoch auch weitere Pflichten, die du einhalten musst. Dazu gehört, dass deine Einnahmen korrekt in deiner Steuererklärung anzugeben sind. Solange du nicht mehr als 17.500€ pro Jahr einnimmst, ist dies aber sehr einfach. In diesem Fall giltst du als Kleinunternehmer und musst keine Umsatz-, Gewerbe-, oder Unternehmenssteuern zahlen. Stattdessen ziehst du am Ende des Jahres alle Betriebsausgaben des Jahres von allen Betriebseinnahmen des Jahres ab und gibst den so errechneten Einnahmenüberschuss in deiner privaten Einkommenssteuererklärung an. Um deine Steuerlast bereits im Voraus abschätzen zu können, wird dir das Finanzamt nach deiner Gewerbeanmeldung automatisch einen Fragebogen zu kommen lassen, in dem es deine erwarteten Einnahmen erfragt. Um hier sicher zu gehen, wird jedoch meist empfohlen, dem Finanzamt zuvor zu kommen und dich direkt bei dem für dich zustehenden Amt zu melden.

 

Disclaimer: Die Informationen auf dieser Seite sind allein dazu gedacht, auf rechtliche Anforderungen aufmerksam zu machen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können fehlerhaft oder veraltet sein. Diese Informationen ersetzen daher in keinem Fall eine eigenverantwortliche Recherche oder Konsultation eines Anwaltes und Steuerberaters. Die Informationen in diesem Artikel richten sich an handwerklich tätige Fotografen mit einem Ertrag von weniger als 17.500€ im Jahr.